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Fürs Chili beinahe zu schade – die Kidneybohne

"Kidneybohnen? Klar, die mach ich immer ins Chili", ist die Standardantwort, die man hierzulande bekommt, wenn man nach diesen Bohnen fragt. Hierzulande kennt man den nierenförmigen roten Bohnenkern fast ausschließlich als Einlage in scharfen Eintöpfen und Bestandteil der TexMex-Küche. Und das ist sehr schade, denn die Kidneybohne ist nicht nur preiswert, gesund und mit vielen wertvollen Inhaltsstoffen gesegnet, sie ist auch kulinarisch außerordentlich vielseitig.

Herkunft - Von Peru um die ganze Welt

Mag man es für möglich halten oder nicht, die rote Kidneybohne ist tatsächlich eine Variante der einfachen grünen Gartenbohne, botanisch Phaseolus vulgaris genannt. Grüne Bohne, Fisole (wie die grüne Bohne in Österreich genannt wird), Stangenbohne und Buschbohne sind allesamt Verwandte der Kidney-Bohne. Allerdings handelt es sich um eine räumlich entfernte Verwandtschaft, denn die Kidneybohne stammt ursprünglich aus Peru. Dort haben die spanischen Conquistadores sie entdeckt und für Ihre Verbreitung in der ganzen Welt gesorgt.

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Da die Bohne am besten in einem feuchten, heißen Klima gedeiht, wird sie mittlerweile vorwiegend in Amerika und Afrika angebaut. Besonders populär ist sie aber auch in Indien, wo sie zum Bestandteil zahlreicher traditioneller Gerichte geworden ist.

Wenn man die englische Sprache beherrscht und eine Kidneybohne betrachtet, weiß man sofort, wieso sie diesen Namen trägt. In Farbe und Form erinnert sie tatsächlich an einer Niere (engl. Kidney = Niere). Ursprünglich war "Kidney-Bean" eine Oberbezeichnung für verschiedene Arten nierenförmiger Gartenbohnen, der bei der roten Kidney-Bohne "hängengeblieben" ist. In Deutschland wird sie gern auch Indianerbohne, Nierenbohne oder rote Bohne genannt. Manche Menschen bezeichnen sie als Feuerbohne, doch diese Bezeichnung ist nicht korrekt. Feuerbohnen sind eine ganz andere Bohnensorte, nämlich Phaseolus coccineus. Sie sind hell- statt dunkelrot und werden in Österreich auch Käferbohnen genannt. Vermutlich hat die Verwechslung ihren Ursprung im "Feuer" des Chili con Carne, das viele Menschen mit der Kidneybohne assoziieren.

Aussehen und Geschmack

Hierzulande kennt man praktisch nur die roten Kidneybohnen, die auch weltweit am verbreitetsten und populärsten sind. Trotzdem gibt es weitere Arten von Kidney-Bohnen, die sich vor allen Dingen optisch unterscheiden. Es gibt hellrot oder dunkelrot gesprenkelte Kidneybohnen, die in den deutschsprachigen Ländern aber praktisch nicht zu bekommen sind. Das gilt auch für die weiße Kidney-Bohne, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der in Italien beheimateten Canellini-Bohne aufweist. Auch die Flageolet-Bohne - grüne delikate Buschbohne aus Frankreich - wird manchmal als grüne Kidney-Bohne bezeichnet. Der Vollständigkeit halber seien noch violette Kidneys erwähnt, die optisch fast nicht und geschmacklich gar nicht von roten Kidneys zu unterscheiden sind.

Eine gewisse Verwechslungsgefahr besteht mit der in Asien weit verbreiteten Adzuki-Bohne. In der Tat können bestimmte Adzuki-Bohnen in Farbe und Form der Kidneybohne sehr nahe kommen, jedoch unterscheidet sie sich durch ihren charakteristischen weißen Stielansatz, das "Hilum" von der Kidney-Bohne, die keins hat. Übrigens ist die Adzuki-Bohne in botanischem Sinne gar keine Bohne, sondern ein Schmetterlingsblütler. Spätestens beim Geschmack treten deutliche Unterschiede zur Kidneybohne auf, da die Adzuki-Bohne deutlich süßer schmeckt. Sie wird ja auch in China, Japan und Korea gern zu traditionellen Süßspeisen verarbeitet.

Doch wie schmecken nun die Kidneybohnen? Mild, sanft, nussig mit einem feinen, ganz eigenen Aroma. Allerdings muss man die Kidneybohne "solo" verkosten, um ihren Geschmack wirklich kennenzulernen. Sie ist nämlich ein kulinarisches Chamäleon, das sich mit Gewürzen und Zutaten hervorragend verbindet. Dabei passt sie sich meist den anderen Aromen an, ohne dabei ihre feine Eigenart gänzlich zu verlieren. Wer also den wahren, reinen Kidney-Bohnen-Geschmack kennenlernen will, der sollte eine frisch gekochte Bohne – nur mit etwas Salz gewürzt – verkosten.

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